Goldwaschpfanne Header.jpg

Die Goldwaschpfanne

- dein bester Freund

Wie findet man Gold mit einer Goldwaschpfanne?

Schwarz-Weiß-Foto Goldwäscher mit Highbanker und Goldwaschpfanne, Ivalo, Finnish Lapland in 1898

Historische Goldwäscher in Lappland

Die Goldwaschpfanne oder -schüssel, oftmals auch Sichertrog genannt ist so ziemlich das erste Gerät, welchem du in deiner Goldsucherkarriere begegnen wirst.

Es bietet die einfachste und zugleich schnellste Möglichkeit herauszufinden, wie viel Gold in einer kleinen Menge Material enthalten ist.

Die grundlegende Mechanik ist bei allen Pfannen die gleiche:

 

Das hohe spezifische Gewicht von Gold wird ausgenutzt um es von anderen Stoffen zu trennen.

 

Wie du im Bild links siehst, wusste man mit diesem Gerät schon im Mittelalter umzugehen. Damals waren die Pfannen hauptsächlich aus Holz gefertigt, seltener aus Metall.

Wie sehen Pfannen heute aus?

Heutzutage verwenden wir entweder Goldwaschpfannen aus Kunststoff oder aus Metall.

Die Vorteile sind hier vor allem Leichtigkeit und Langlebigkeit.

 

Hier dazu ein paar Beispiele:

HintergrundHomepage2.png

Wie man sieht, gibt es die Pfannen in unterschiedlichen Größen. Dies hängt vor allem mit der zu verarbeitenden Menge zusammen. Willst du den Bach mit statistisch verwertbarem Umsatz prospektieren, so eignet sich eine große Pfanne eher als eine kleine.

Keine Sorge, sollte es dir auch am Anfang zu schwer erscheinen, so wirst du bald genügend Ausdauer entwickelt haben um auch die großen Goldwaschpfannen zu schwingen.

Willst du jedoch das Material aus deiner Auswaschrinne verarbeiten, so bietet es sich an, eine kleinere Pfanne zu verwenden, da man damit deutlich gefühlvoller auswaschen kann.

Wie funktioniert die Goldwaschpfanne?

Zuallererst suchst du dir eine Stelle, an der du Gold vermutest – zu Beginn ganz klassisch eine Kiesbank in einer Innenkurve des Flusses. Hier nimmst du dir mittels Grabwerkzeug eine Portion Sand-Kies-Gemisch in die Pfanne und hältst sie unter Wasser.

 

Nun versuchst du mittels kreisender, schüttelnder und schwenkender Bewegungen die kleinen, schweren Goldstücke zwischen den anderen Materialien nach unten “durchfallen” zu lassen.

 

Ziel ist es, das Gold am untersten Punkt der Pfanne zu haben, sodass du nun im nächsten Schritt das sogenannte “taube” Material über den Pfannenrand hinausspülen kannst.

Goldwaschpfanne wird mit beiden Händen unter Wasser geschüttelt

Party in der Pfanne

Aber Achtung: Die Pfanne muss richtig kochen. Halbherzig gewinnt man hier keinen Blumentopf!

Pfeil.png

Es gelten im Allgemeinen 3 Prinzipien, die das Gold nach unten befördern: 

PRINZIP 1: Hohe Dichte verdrängt niedrige Dichte

Prinzip1Dicht.png
Prinzip1Leicht.png

Niedrige Dichte

Hohe Dichte

Prinzip1Teil1.png
Schütteln2.png
Prinzip1Teil2.png

Dichtere Objekte werden sich bei entsprechender Bewegung immer unter weniger Dichte Objekte schieben. In unserem Beispiel sind die Objekte gleich groß und haben die gleiche Form.

Dichte beschreibt das Verhältnis von Masse zu Volumen eines Körpers. Gold hat eine sehr hohe spezische Dichte von 19,3 g/cm³. Die meisten Sande hingegen haben nur eine spezifische Dichte von 1,2 bis 1,6 g/cm³.

Wenn Körper 1 und Körper 2 gleich groß sind aber Körper 2 eine höhere spezifische Dichte besitzt, dann ist Körper 2 schwerer als Körper 1.

PRINZIP 2: Klein verdrängt Groß

Prinzip2Teil1.png
Schütteln2.png
Prinzip2Teil2.png

Kleine Objekte schieben sich zwischen Große und bei höherer Dichte dann nach P1 auch unter diese.

Bitte beachte dass die kleinen und großen Objekte im Beispiel die gleiche Dichte haben. Insofern ist hier ein kleines Objekt leichter als ein großes, kann sich aber trotzdem unter ein größeres schieben.

PRINZIP 3: Rund verdrängt Flach

Schütteln2.png
Prinzip3Teil2.png

Durch Rütteln und Schütteln gelangen zuallererst eher flache Steine an die Oberfläche, da sich runde Objekte ebenfalls unter flache legen.

Diese drei Prinzipien wirken natürlich immer gleichzeitig und arbeiten auch gegeneinander. 

Prinzip3Teil1.png

Was passiert nun, nachdem fleißig geschüttelt wurde?

Durch unsere drei Prinzipien wurden nun Objekte mit niedriger Dichte, große und flache Steine nach oben getrieben. Zugleich sind die sehr dichten Goldflitter, -stäube und vielleicht auch Nuggets weiter nach unten zum Boden der Goldwaschpfanne gewandert.

 

Nun gilt es das "taube" Material mithilfe eines Wasserschwalls aus der Pfanne zu befördern.

Halte die Pfanne dafür leicht schräg unter Wasser und ziehe sie wieder hoch.

Nahaufnahme der Schütteltechnik

Immer wieder schütteln und abziehen

Dies ist eine heikle Angelegenheit: Mit zu wenig Schwung bewegt sich das Material nicht, mit zu viel Schwung wirbelst du es auf und Gold kann verloren gehen.

Hier gilt: Übung macht den Meister.

Die hinterschnittenen Riffel in der Pfanne halten das untenliegende Material fest. Aber Achtung, nicht jeder Goldflitter befindet sich ganz unten.

TIPP: Suche dir eine Stelle mit wenig Strömung oder stelle dich mit Blickrichtung flussabwärts. So hast du die Pfanne bei diesem Arbeitsschritt am besten unter Kontrolle.

Wiederholung bis nur noch eine Hand voll Material vorliegt

Die beiden Schritte, Schütteln um das Gold nach unten zu bringen und Abziehen um das leichte Material zu entfernen, werden nun so lange wiederholt bis nur noch eine Hand voll Material in der Pfanne verbleibt.

Du solltest mit jeder Wiederholung beim Abziehen etwas vorsichtiger werden. Denn je näher du dich zum Gold vorarbeitest, desto höher ist das Risiko, dass sich sehr flache Goldflitter an der Oberfläche befinden ( Siehe Prinzip 3 ). Für die letzte Wiederholung solltest du das Material über die hinterschnittenen Riffel abziehen, die in den meisten modernen Pfannen verbaut sind ( siehe Abb. 3 ).

Du wirst oftmals feststellen, dass die Materialrest mit jeder Wiederholung dunkler werden. Herzlichen Glückwunsch! Das sind die schwersten Materialien im Sediment, sog. Blacksand. Mit ihm zusammen versteckt sich das Gold im Bach.

Sollte es nicht dunkler werden, gibt es zwei Gründe: Falsche Stelle oder kein Blacksandvorkommen im Gewässergrund.

Gold freilegen 1.jpg
Gold freilegen 3.jpg
Gold freilegen 4.jpg
Gold freilegen 2a.jpg
Pfeil.png
Pfeil.png
Pfeil_edited.png

Frisches Material in der Pfanne

Leichte und flache Objekte verlassen die Pfanne

Die schwersten Bestandteile bleiben

Blacksand bereit für letzten Arbeitsschritt

Das Gold freilegen

Nun kommen wir zum eigentlichen Freilegen des Goldes. Dazu spülst du in kreisenden oder wippenden Bewegungen Wasser darüber und “ziehst” den letzten Rest Schwermineral weg bis die kleinen goldenen Punkte zum Vorschein kommen.

Dann heißt es natürlich das Gold einzusammeln und nach Hause zu nehmen. Dafür eignet sich unser Set aus Snifferbottle, Pipetten und Aufbewahrungsgläschen.

Goldwaschpfanne wird geschwenkt um Gold freizulegen
Set aus einer Saugflasche, vier Schraubgläschen und zwei Pipetten

TIPP

 

Für den Fall, dass du nichts gefunden hast und dir das Gold auch nach vielen Versuchen nicht in der Pfanne glänzen will: Leg eine Kupfermünze in das zu waschende Material!

Kommt sie am Ende mit zum Vorschein, ist deine Waschtechnik ausgereift, nur die Stelle anscheinend nicht. Nicht verzagen! Resilienz ist das erste, was du als angehender Goldwäscher lernst.