Wie sucht man Gold mit einer Goldwaschrinne?

Wenn du auf unserer Seite herumgesurft bist oder dich schon etwas mit dem Hobby Goldsuchen beschäftigt hast, ist dir vielleicht dieser komische viereckige Metallkasten aufgefallen, in den wir immer Dreck reinschaufeln. Dieses Ding nennt sich “Goldwaschrinne”, oder kurz “Waschrinne”, oder auch “Goldschleuse”. In anderen Teilen der Welt wird es “gold sluice” genannt. Mit Hilfe dieses Gerätes kann man wesentlich mehr Gold schürfen als wenn man nur eine Goldwaschpfanne zur Hand hätte. 

Die Rinne dient der Konzentration von goldhaltigen, schweren Sedimenten und deren Trennung von den leichteren ("tauben") Bestandteilen. Nach einem langen Goldschürftag sollten die kleinen Taschen, auch Goldfallen genannt, mit dunklem Bachsediment befüllt sein. Die dunkle Farbe weist auf einen hohen Anteil Schwermetalle, und damit möglicherweise Gold, hin.

Goldwaschrinne vor dem Cleanout
Abb. 1: Mit Blacksand gefüllte Goldfallen

Goldwaschrinne: Der Aufbau

Doch nicht jede Rinne muss so aufgebaut sein, dass sie solche Goldfallen hat. In Abb. 1 siehst du ein “aktives” System, es gibt aber auch “passive” Rinnen. Auch ein passives System hat Riffel (zumindest kennen wir keine ernst zu nehmende Goldwaschrinne ohne Riffel). Jedoch befindet sich in einem solchen System unter den Riffeln nicht gleich der Boden der Goldrinne, sondern ein feines Gewebe (“Miners Moss” oder Goldfangteppich”), welches das Gold festhalten soll. Hier ist es sicher vor dem Feind eines jeden Goldsuchers, dem “vorzeitigen Auswasch”. Denn auch das schwerste Material in einer Goldfalle kann verloren gehen, wenn zu viel Wasser zu schnell durch die Rinne fließt oder ein großer Stein sich in der Rinne verhakt und so unkontrollierte, schädliche, Wirbelströme hervorruft.

Abb. 2: Miners Moss für Passivsystem

Leider kommt dieser Vorteil mit dem Nebeneffekt, dass man nun seine liebe Not hat, das Gold wieder aus dem Miner’s Moss herauszubekommen. Das Resultat ist ein umständlicher Prozess, bei dem das Moss entfernt und einzeln ausgewaschen werden muss. Dabei kann der Goldwäscher nie sicher sein, ob er denn jedes Goldflitterchen gefunden hat. Und sogar wenn sich Gold im Fangteppich befindet, ist nie gewiss, ob es aus dem aktuellen Loch stammt oder von einem vorherigen Goldschürf-Ausflug. Die Prospektion, also der Versuch Gold an neuen Orten nachzuweisen, wird so erschwert. 


Rinnen mit Aktivsystem


Die Waschrinnen unserer Wahl sind "aktiv":

Das Sediment wird in die Rinne geschaufelt und durch den Wasserfluss über die Goldfallen bewegt. Durch deren spezifisches Profil entstehen Wirbelströme, welche für einen stetigen Austausch von Material sorgen. Hierbei verlassen immer wieder relativ leichte Bestandteile den Wirbel und werden durch schwerere ersetzt, wodurch eine Konzentration von schwerem Material hinter den Goldfallen geschieht.  


Dadurch dass auch Gold “schwer” ist, also eine hohe spezifische Dichte aufweist, kommen die Goldfallen zu Ihrem Namen. Auch unsere höchst-eigenen Goldwaschrinnen nutzen das aktive System. HIER erfährst du mehr zu unseren Waschrinnen.

Ganz gleich, ob aktives oder passives System, die Funktionsweise ist im Wesentlichen die Selbe:

  • Bachsediment wird in die Goldwaschrinne geschaufelt
  • Die Rinne konzentriert das goldhaltige Material
  • Am Ende wird die Rinne ausgewaschen und man nutzt die Goldwaschpfanne um das pure Gold aus dem “Paydirt” herauszubekommen

Im Folgenden werden wir uns aber auf Aktivsysteme beschränken, da wir mit diesen die meiste Erfahrung haben.

Goldsuchen mit der Waschrinne, eine Anleitung

Jetzt da wir wissen, was der Nutzen einer Waschrinne ist, können wir uns Gedanken zu ihrer Nutzung machen. Du hast dir also einen Bach oder Fluss ausgesucht, den du prospektieren (also auf seine Goldhöffigkeit testen) möchtest. Desweiteren hast du anhand unserer Suchanleitung eine genaue Stelle am Bach identifiziert, an der sich Gold vielleicht gesammelt hat (Dieser Ort heißt ab sofort “Schaufel-Spot”) und du hast deine Ausrüstung dabei:

  • Goldwaschrinne
  • Schaufel
  • Goldwaschpfanne
  • Snuffer-Bottle (Zum Transport des Goldes nach Hause)

Sagen wir mal, du bist an einer klassischen Goldsucher-Situation, wie der im Bild, angekommen. Wo genau legst du die Rinne hin?

Dort findest du Gold
Abb. 3: Potenzielle Rinnenspots (eingezeichnet) mit vielen möglichen Schaufelspots

Anleitung zum Setzen der Goldwaschrinne


Kriterien für den "Rinnen-Spot":

  • Nähe zum Schaufel-Spot. Durch eine geringe Entfernung sparst du wertvolle Zeit und Kraft beim Materialtransport
  • Nicht in Strömungsrichtung vor dem Schaufel-Spot, denn der Abraum soll nicht ins Loch fließen
  • Nicht in Strömungsrichtung direkt hinter dem Schaufel-Spot, da deine Grabung Wasserturbulenzen verursachen kann, die die Rinne auswaschen

 

Von diesen Kriterien abgesehen, muss der Rinnenspot nur noch für einen ausreichenden, aber nicht zu starken, Wasserstrom sorgen, der den Austausch in deiner Goldwaschrinne voran bringt.

Hierzu ein paar Tipps:

  • Bitte setze deine Rinne richtig herum ein, so dass sich Material hinter den Riffeln oder Goldfallen sammeln kann.
  • Vorhandensein eines Gefälles ist die absolute Grundvoraussetzung für die nachfolgenden Punkte
  • Ausreichend starker Wasserstrom, damit Material in akzeptabler Geschwindigkeit abtransportiert wird. Je schneller, desto mehr Material kannst du verarbeiten, ergo mehr Gold finden.
  • Zur Verstärkung der Strömung kannst du einfach die Neigung der Rinne erhöhen, indem du ein paar Steine unter den Rinneneinlass legst.
  • Gleichzeitig sollte der Wasserstrom nicht so stark sein, dass die Rinne sich von selbst auswäscht. Das würde einen Goldverlust bedeuten.
  • Einem zu starken Wasserstrom kannst du fast nur mit einem Wechsel des Rinnen-Spots beikommen.
  • Ausbildung eines pfeilförmigen Strömungsmusters (siehe Abb. 4), welches anzeigt, dass die Strömung ohne seitlichen Verzug eintritt. Dieser würde zu einseitigem Auswaschen führen. Das Muster kann man durch seitliches Verschieben der Rinne ändern.
  • Der hintere Teil der Goldwaschrinne sollte aus dem Wasser ragen. Dies garantiert das freie Abfließen von taubem Material. Wenn sich dieses stattdessen hinter der Rinne aufstaut, kann der dadurch veränderte Wasserfluss ebenfalls deine Rinne auswaschen! Wenn du die Rinne hintenrum nicht “aufbocken” kannst, entferne wenigstens regelmäßig den Abraum mit der Schaufel um ein Aufstauen zu vermeiden.

 

Abb. 4: Pfeilförmige Strömungsmuster (markiert)
Abb. 4: Pfeilförmige Strömungsmuster (markiert)

Keine Sorge, durch das Ausprobieren verschiedener Rinnenspots wirst du mit der Zeit ein Gefühl für die richtige Positionierung und die Qualität des Wasserstroms bekommen.

Mehr Gold durch Vorsieben?


Nun ist es Zeit, sich gedanklich etwas von der Goldwaschrinne zu verabschieden und dem zweitliebsten Werkzeug des Goldsuchers zu nähern, der Schaufel und den verschiedenen Arten sie zu nutzen. “Was”, höre ich dich sagen, “...kann denn so schwer daran sein, eine Schaufel zu bedienen? Einfach angepackt und Dreck in die Rinne geschmissen!”. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Vorsieben ist ein Prozess, bei welchem das goldhaltige Sediment vermittels eines robusten Siebes von seinen zu großen Bestandteilen getrennt wird. “Zu groß” bedeutet alle Kiesel/Steine, die wesentlich größer sind als der größte zu erwartende Goldflitter. Wir sieben üblicherweise auf 2 cm vor, bei einem größten zu erwartenden Flitter von 3 mm (mit viel gutem Willen). Es handelt sich also um einen zusätzlichen Arbeitsschritt, was ja erst einmal nach einer schlechten Idee klingt. Denn wenn du als Goldsucher deine Zeit möglichst effizient nutzen möchtest, wäre ein zusätzlicher Arbeitsschritt doch kontraproduktiv, oder?

 

Nun ja, wir bei GoldSax sind bekennende Verfechter des Vorsiebens und möchten dir ein paar Gründe nennen, die für das Vorsieben des Bachsediments sprechen:

  • Jeder Stein den du in die Rinne schaufelst, kostet dich Kraft, welche eine endliche Ressource ist. Das Ende deiner Kraft bedeutet das Ende deines Goldwaschausfluges. Es ist daher ratsam, nur Steine und Kiesel zu bewegen, welche potenziell goldhaltig sind, also nicht viel größer als der größte zu erwartende Flitter. Alles andere ist Kraftverschwendung.
  • Die Goldwaschrinne benötigt Zeit, um das Sediment durchzuwaschen. Ergo: Jeder Stein der größer als der größte zu erwartende Flitter ist, ist eine Zeitverschwendung (endliche Ressource). Wenn deine zum Goldsuchen eingeplante Zeit vorüber ist, musst du nach Hause fahren. Also solltest du in der verfügbaren Zeit möglichst viel Gold finden.
  • Einsparung von Transportwegen. Denn du konzentrierst Material schon am Schaufel-Spot vor und musst insgesamt weniger oft zum Rinnen-Spot laufen → Zeitersparnis, Kraftersparnis
  • Geringere Gefahr von vorzeitigem Auswaschen, denn größere Steine könnten stecken bleiben, besonders bei relativ schwachem Wasserstrom (Niedrigwasser im Sommer).
  • Leichtere Identifizierung von interessanten Beifunden, welche ein nicht zu unterschätzender Indikator für goldführende Schichten sind - und sie können sehr unterhaltsam sein, wie du in unserem BEIFUNDE-ORDNER siehst.

Gründe gegen das Vorsieben:

  • Solltest du zu fein vorsieben, könntest du besonders große Goldstücke verlieren. Desweiteren nimmt sehr feines Vorsieben (< 1 cm) viel Zeit in Anspruch und es stellt sich die Frage, ob du dann noch zeiteffektiv arbeitest.
  • Wenn Sediment extrem viel Blacksand enthält oder der Blacksand extrem schwer ist, kann dies die Rinne überfordern und Gold wird nicht gefangen. Es gibt z.B. Bäche/Flüsse im Erzgebirge, in denen wir aus diesem Grund nicht vorsieben. Das Video zu einem Ausflug dorthin findest du HIER
  • Einige Rinnen haben nach unserer Erfahrung so schlechtes Austauschverhalten dass sie schon mit normal-schwerem Blacksand nicht zurechtkommen. Bei den GOLDWASCHRINNEN von GoldSax bist du diesbezüglich aber auf der sicheren Seite

Natürlich musst du zum Vorsieben zusätzliches Equipment mitnehmen. Wir nutzen große Malerbottiche und einen umgebauten Fahrradkorb. Du kannst aber auch in deiner Goldwaschpfanne vorsieben. Das Equipment dafür kannst du z. B. HIER erhalten.

Anleitung zum Befüllen der Goldwaschrinne


Jetzt wollen wir uns endlich dem eigentlichen "Füttern" der Rinne widmen, also dem Einführen des Materials (gesiebt oder ungebsiebt) aus dem Schaufelspot in die Goldwaschrinne.

Bei den meisten Rinnen wirst du im Einfüllbereich keine Goldfallen finden. Stattdessen ist hier meist eine Feinriefenmatte verbaut. Vielleicht hat deine Rinne am Anfang sogar einen Trichter, der mit einer solchen ausgelegt ist. In jedem Fall muss das Material auf die Feinriefenmatte gegeben werden. Die Feinriefenmatte hält das Material fest und lässt es in verschiedenen Stufen weiterfließen. Zuerst werden sich die leichtesten Bestandteile lösen und über deine Goldfallen sausen. Nach wenigen Sekunden erst löst sich das schwerere Material und begibt sich in den Rest der Rinne. Dieses Vorgehen ist aus den folgenden Gründen sehr vorteilhaft.

Goldwaschen mit Feinriefenmatte
Abb. 5: Feinriefenmatte zum Goldsuchen

Zu jedem Zeitpunkt ist die Anzahl an Partikel, die von deiner Rinne gefangen werden kann, begrenzt. Die genaue Zahl ergibt sich aus der mit Goldfallen ausgestatteten Fläche ("Fangfläche"). Wenn das gesamte eingegebene Material in einem Rutsch durchfließen würde, wäre die Fangfläche schlichtweg nicht ausreichend um alle Sedimentpartikel den Wirbelströmen auszusetzen, welche für die Goldkonzentration sorgen. Die Rinne wäre "überfüttert". Daher ist es sehr sinnvoll, den Sedimentstrom mit einer Feinriefenmatte zu verlangsamen.

 

Die Feinriefenmatte wird häufig auch "Prospektionsmatte" oder "Prospektionsbereich" genannt. Denn manchmal wirst du hier einzelne Goldflitter finden, die sich in der Feinriefenmatte verfangen. Sei unbesorgt, wenn nach der nächsten Schaufel Material diese Flitter nicht mehr zu sehen sind. Sie wandern einfach weiter und werden von deinen Goldfallen verlässlich eingefangen, vorausgesetzt dass diese gut arbeiten.

 

Mit folgenden Tipps kannst du dafür sorgen, dass deine Goldfallen stets ihren Job machen.

Lass dir Zeit. Bei einem Aktivsystem wie in unseren Goldwaschrinnen kannst du sehen, wann die Wirbelströme wieder bereit sind, neues Material aufzunehmen. Nämlich dann, wenn die hellen (leichten) Bestandteile verschwunden sind.


Wenn du einen Eimer vorgesiebtes auswäschst: Achte besonders bei dem Material ganz unten im Behälter auf Langsamkeit. Hier kann sich durch die Schwerkraft bereits Gold konzentriert haben. Du möchtest dieses nicht durch zu hastiges Füttern verlieren. So sieht es aus, wenn man zu schnell füttert.


  • Achte auf den Wasserspiegel: Im Lauf eines Tages kann sich dieser erheblich ändern. Besonders wenn du an einem kleinen Bach unterwegs bist, können diese Änderungen dein Waschrinne extrem beeinflussen. Eventuell musst du einen Trichter aus Steinen bauen, um mehr Wasser in deine Rinne zu leiten oder den Rinnenspot an einen Ort mit weniger Strömung verlagern.
  • Keine Personen vor der Rinne: Du oder deine Mitstreiter sollten sich nie im Wassereinflussbereich deiner Waschrinne aufhalten. Durch die Bewegungen eines Beines können bereits Unterschiede im Wasserfluss entstehen, die zum vorzeitigen Auswaschen der Rinne führen.
  • Vermeide Materialstillstand: Wenn du nicht vorsiebst wirst du zwangsläufig große und schwere Steine einfüllen. Diese können in der Rinne liegen bleiben und so für ungewollte Wirbelströme führen, die deine Goldfallen auswaschen. Du kannst einen solchen Stein einfach vorsichtig und schnell  mit dem Finger wegbewegen. Achte darauf aber, dass du mit deiner Hand nicht auch noch Schaden anrichtest. Selbstverständlich kannst du mit mehr Wasserdruck (größere Neigung, Steintrichter) eine solche Situation vermeiden.

 

Cleanout mit der Goldwaschpfanne


Du hast es fast geschafft! Dein Schaufelspot hat sich über den Tag zu einem stattlichen Loch vergrößert, deine Goldwaschrinne tauscht hervorragend leichtes gegen schweres Material aus und du bist schon ganz gespannt, wie viel Gold sich denn in deiner Waschrinne verbirgt. Jetzt folgt der letzte Arbeitsschritt, das Auswaschen (der "Cleanout") der Rinne mit Hilfe der Goldwaschpfanne.

 

Falls du noch nicht weißt, wie das funktionert, möchten wir dir dieses Tutorial für die Goldwaschpfanne empfehlen.

Sören Kube & Paul Bertram, 20.02.2019