29.07.2017 - Dem Goldindikator auf der Spur

 

Sommer 2017 ....

Ein wenig sollte auch er genossen werden, der Sommer .... 3 ganze Wochen keine Schaufel in der Hand halten und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen an freien Tagen - etwas eher doch Außergewöhnliches bei uns. Aber ist nun einmal passiert und was zu erwarten war ist auch eingetroffen: Beim Chillen am Badesee fangen auf einmal die Hände an zu zittern, kalter Schweiß auf der Stirn - der innerliche Golder rebelliert und will freigelassen werden!.
So kam es, dass wir am ersten Regentag des Sommers das Equipment packten um uns an eine vom Regen hoffentlich unberührte Stelle zu begeben.

Schlussendlich hätten wir es besser wissen müssen...

Ehrlich, dieser Fluss .... er bringt uns rein meteorologisch noch an die Grenze des Wahnsinns. Da kann alles angesagt sein, schlussendlich stimmt genau das Gegenteil:

Vorhersage: Trocken, 10°, Sonne 
Realität: Bewölkt, 2°, Eisregen

Vorhersage: Sonne/Wolken, trocken ,5° 
Realität: Hagel, Schnee, blaue Finger

Vorhersage: Es regnet Katzen 
Realität: Es regnet Hunde

....es ist zum Mäusemelken!

Also doch im Regen waschen ... rein das gute Karma scheint am Ende noch für etwas Sonne gesorgt zu haben!
Betreiben wir mal einen kleinen Flashback zum Schürfbericht des 25.05.2017....

*Sicht verschwimmt, Bild zerfließt förmlich, dazu ein paar Harfenklänge* (der Fachhmann nennt es „Taumsequenz“):

Stelle mit Schrott ..... Mensch und Umwelt ..... "blutender Fluss" ..... Sonnenschein ..... Kleinstadt-Adolf .... silbriges Gold ...

*hier das geräusch, wo ein DJ die Scheibe plötzlich kratzend anhält* (Der Fachmann nennt es „Record Scratch“ Anm.d.R.)

...gut, an der Stelle unterbreche ich. Die Vorgeschichte könnt ihr hier finden:

https://www.facebook.com/Goldsaxony/posts/1953611391539439

Nun stehen wir also wieder hier und stellen fest: Die Natur hat ganze Arbeit geleistet. 
Wo man einst eine hübsch überschauliche Bank am Fluss sah, wucherte nun gut 1,5m hoch eine Population aus hauptsächlich Brennessel und anderen Grünpflanzen. Natürlich war dort ein rankommen nur unter Akzeptanz einer mittelschweren Hautreizung möglich .... Es ist demzufolge für Neueinsteiger nicht ohne vorherige Abhärtung zu empfehlen, dort sommerlich gekleidet hindurchzustiefeln 

Hier angekommen hieß es nun, die zuvor gemachten Erfahrungen erneut einzusetzen. Dazu wurde gegraben, bis sich ein Rost-braun bis -roter Schwall ergießt. Hier, wussten wir, wir sich das gelbe Edelmetall am ehesten zeigen und so war es auch. Bald zeigte sich ein schicker Klunker in der Prospektionsmatte.
Die gut bewucherte Bank ließen wir auch nicht jungfräulich. Leider war im Sediment, welches sich nach circa 30 cm organischer Deckschicht zeigte kein Gold auszumachen…
Produziert wurde also weiterhin klassisch in der Innenkurve. Im Vergleich zur Stelle vom Mai-Bericht war das Material diese Mal weniger rötlich, stattdessen fanden wir einen „braunen Ton“ vor.

Kleiner Praxistipp: 
Wenn ihr in eurem Löchlein von fest sitzendem Geröll gestoppt werdet, packt beherzt eure Henderson-Pumpe aus und gebt ein paar Schübe in eben dieses .... dies lockert das Sediment weitaus bequemer als per Hand ewig dran rumzuwurschteln 


Die Beifunde waren, trotz wenig Rostfarbe im Sediment, eisen- und bleihaltig. Mehrere große Rostbrocken, ein Bleistück und ein handgroßen verrostetes Metallteil, dessen Natur und Zweck sich uns nicht erschließt, fanden sich.

Hier bitten wir euch wieder um fachmännischen Rat in den Kommentaren!

--In den nächsten Tagen wird das Baby vom Rost befreit und ihr werdet es in seiner ganzen Pracht bewundern können ... wir sind gespannt, was da raus kommt...--

Der eigentliche Star des Tages war aber zweifellos ein 1,7 mm großes Goldkorn, welches zuerst noch Silber erschien, jedoch nach einem kleinen Abdampfen** seine wahre Schönheit entfaltet hat. In Anbetracht der Goldwaschhistorie unseres Spots handelt es sich hierbei um Überreste der Altvorderen – Danke Uropa!

Was ist jetzt das Fazit dieses Goldwaschtages?

-Rostrote Farbe im Sediment ist zwar ein Indikator für goldhaltige Schichten, aber auch ohne diesen kann es in der Pfanne glänzen. Jeder Spot hat da seine individuellen Anzeiger.

-Die Bank wird im Herbst/Winter nochmal angeguckt, wenn der Bewuchs verschwunden ist.

-In bereits seit langem bewachsenen Bänken ist die Horizontfolge (Bodenhorizonte unterschiedlicher Zusammensetzung) anders … zu ergründen, was da passiert und vorliegt kommt auf die To-Do!

Tja, das wär’s dann auch schon von uns. Der nächste Bericht wird sich dann um die Prospektion in Bayern handeln, wo wir mit Florian Wachtler durch die lokalen Bäche graben werden. Gerne könnt Ihr uns in den Kommentaren mitteilen, in welcher Form dieser Bericht kommen soll – also Foto oder Video. Wir würden sehr gerne wissen, was euch besser gefällt!

Bis dahin wünschen wir euch stehts eine volle Pfanne!
Man sieht sich am Fluss 

 

**Das Abdampfen von Quecksilber bitte nur bei äußerst guter Belüftung und Abstand und/oder im geschlossenen System. Schwere gesundheitliche Schäden können sonst die Folge sein!