11.05.2017 - Goldsuche in Mittelsachsen

„Das Leben ist ein Spiel, dessen Regeln sich im Laufe des Spiels ändern,
Und du musst wissen, an welcher Stelle des Spiels du gerade bist, um zu wissen, an welche Regeln du dich halten musst.
Darüber hinaus kannst du niemals sicher sein, Wo im Spiel du gerade bist, 
Und die Regeln gelten nicht immer.“

- Dr. psych. Brad Blanton

Hallo zusammen,

willkommen zu einem weiteren Therapieprotokoll von GoldSax.

Wie in unserem letzten Beitrag erwähnt, sind große Steine der feuchte Traum des Golders. Und, Zitat: „...solch große Brocken sind bei uns extrem selten!“
Logischerweise mussten nach unserer Ankunft in der Heimat große Steine gefunden werden!

Hätten wir nur vorher geahnt, welch halsbrecherisches Abenteuer vor uns liegt!

Nur wenige Erforscher der urigen Kerngebiete Mittelsachsens hatten es bisher geschafft, Kontakt zu den scheuen Völkern dieser von der Außenwelt isolierten Wildnis aufzunehmen. Wir hatten mehr Glück: Am Ende der langen Autofahrt, wir parkten den Jeep (Anm. d. Red: Ford Mondeo) gerade auf einem Stück Einöde in der Nähe einer verlassenen Jurte, tauchten wie aus dem Nichts mehrere Angehörige ansässiger Stämme auf und zeigten sofort einen Auszug ihrer Bundesweit bekannten Gastreundschaft: „Öh! Doas gefällt mir aber ni so! Se gönnsisch do ni eefach da hinstelln!“ 
Nach kurzer Debatte über Sinn und Nutzen einer allgemein zu erkennenden Grundstückmarkierung, obligatorischen Begrüßungen bevor man sich auslässt und folgender Resignation bedankten wir uns freundlich und - begleitet von den Rufen des Stammesältesten - fuhren wir wieder von dannen.

Scherz beiseite (.....aber dieser Vorstadt-Adolf hat genervt -.-)

Bloß gut, war dies nicht das Highlight des Tages!

So fuhren wir nun an eine andere Parkmöglichkeit um zum gewünschten Spot zu kommen, mussten jedoch bald feststellen, dass das recht ansprechend aussehende Mäander, von einem Wehr geschützt, einen zu hohen Wasserstand aufwies, als dass man dort sinnvoll etwas hätte machen können. So überlegten wir nun, rauchten, aßen, recherchierten etwas im Internet, machten insgesamt einfach mal Pause, meditierten über die unerträgliche Leichtigkeit des Seins…
Bis wir uns nun zum finalen Punkt aufmachten, welchen wir aus vergangenen Tagen noch in Erinnerung hatten. Es sollte eine gute Entscheidung gewesen sein!

Auf dem Weg zum Spot lächelte uns eine gut erreichbare Flusskurve mit nahegelegenen bergbaulichen Spuren (Stichwort: Mundloch) an und wir hielten spontan. Anschließend schlug uns eine Faust aus Gestank ins Gesicht…

Angeblich soll der Mensch ja vernunftbegabt sein. Das bezweifelten wir, denn Homo Sapiens hatte das ansehnliche Flüsschen in eine dahinmodernde Schrotthalde verwandelt. 
Wohin man blickte: Zivilisationsmüll aller Art, Plastik, Metall und Biologisches in allen Formen und Farben. (Ich hatte das Gefühl, ein halb aufgegessener Döner hätte kurz gegrüßt).

Woran wir zuerst nicht dachten: Metall liegt im Fluss und wahrscheinlich auch bis einige Meter darunter. Metall rostet - und Rost ist bekanntlich relativ schwer und damit ein guter Anzeiger von goldführenden Schichten.

Verständlicherweise wollten wir nicht in die Deponie hineingraben und fuhren nun zum eigentlichen Ziel.

Nach diversen Prospektionslöchern, der Feststellung, dass man sich nun den Platz mit tausenden Insekten teilt (Willkommen im Sommer!), fanden wir nun unsere finale Stelle hinter einem, für unsere Verhältnisse, riesigen, ja geradezu monströsen Felsen ..... ein sächsischer Mount .... egal, übertreiben wir es hier nicht (beim nächsten Mal gibt’s aber ein Gipfelfoto dazu).

An dieser Stelle kommt nun wieder unsere Bekanntschaft von flussaufwärts, die Müllhalde, ins Spiel. Denn tatsächlich ergiest sich, so man circa knietef in den Grund gebuddelt hat, bei jedem weiteren Hub ein Schwall roter Schwebstoffe in den Fluss – Der Fluss „blutet“ quasi den Rost aus.

Die Goldführung der rosthaltigen Schichten wurde dann auch schnell in der Prospektionsmatte sichtbar, was ein ums andere Mal ein diabolisches Grinsen auf die Gesichter trieb, der Motivation extrem zuträglich war und uns noch einige Stunden anspornte.

Was nehmen wir mit? 
-Es lohnt sich, Zeit in die Vorarbeit zu investieren und auch mal über den Horizont hinaus zu fahren ... sich zu unterhalten und möglicht das Wissen, was man erlangt, auch anzuwenden. Das haben wir getan.

-Felsen, auch wenn sie fast im Bachsediment versunken scheinen .... sind immernoch Felsen und bieten hervorragende Möglichkeiten Gold zu konzentrieren.

-Die besten Anzeiger für Goldkonzentration/-führung sind die vorherrschenden schweren Elemente. Wo die sind, findet sich auch das Gold.

-Auch silbrig erscheinende Krümel können Gold sein – auf dem beiliegenden Goldfoto sieht man hervorragend, dass Quecksilber manch ein Stück gern stark verfälscht. Dabei ist in der Pfanne genau darauf zu achten, wie sich eventuelle Funde im Vergleich zum tauben Material verhalten!

Wir hoffen ihr hattet wieder einen wunderhübschen Einblick in die Abgründe unseres Wahnsinns.

 

Gehabt euch wohl, wir sehen uns bald wieder