20.04.2017 - Schaufeltherapie zu Ostern

Am Ostermontag war es wieder soweit. Die Schaufellust überwog der Abneigung vor schlechtem Wetter und kalten Fingern.

Als Ziel kam ein Zufluss der Elbe in Frage, der uns schon einige Zeit mit leichter Zugänglichkeit, gut schaufelbarem Material und bekannter Goldhöffigkeit lockte. Endlich mal wieder ohne Unterbrechung und versteckten Findlingen durcharbeiten :-)

Bei solch guten Bedingungen wollten wir auch mal eine für uns neue Produktionsmethode ausprobieren.

Anstatt: Ein Mann schaufelt und siebt in den Bottich und einer träufelt das Ergebnis in eine Rinne mit Aktivsystem, in unserem Fall eine umgebaute A-52 mit MRGM (oder auch Bavariamatte).

Nun: Zwei Mann schaufeln, und zwar direkt vom Loch in eine klassische Keene A-52.

Das Ziel war es, einen höheren Materialumsatz bei hoffentlich gutem Fangverhalten zu generieren – oder zumindest an Erfahrung zu gewinnen. 

Mit dem Fangverhalten hatten wir in der Vergangenheit beim Keene-Setup keine guten Erfahrungen gemacht – vor allem in Sachen Feingold + vorsieben. Aber gewähren wir der alten Dame in anderer Umgebung noch mal eine Chance.

Gesagt, getan. So Standen wir am Spot und die Aussichten waren wie erwartet gut. Der Wasserpegel ideal, einige passable Plätze für die Rinne waren vorhanden und sogar das Wetter ganz in Ordnung.

Was dann doch überraschend war, wie locker und absolut unverbacken eine Bank sein kann! Zeitgleich mit dieser Überraschung kam die Erkenntnis, dass man hier wohl nicht auf abgegrenzte eisen- und stahlhaltige Schichten oder gar eine erhöhte Goldkonzentration treffen wird.

Aber nicht verzagen! Wir tun es für die Wissenschaft! Die Frage nunmehr: Kann man auch nördlich der Schweiz große Mengen Ungesiebtes in eine Keene-Sluice schaufeln und es bleibt etwas hängen? Und wenn ja, wie ist die Größenverteilung des gefangenen Goldes?

Ehrlich gesagt rechneten wir mit einem totalen Fehlschlag. Die Erfahrungen der Vergangenheit hatten uns gezeigt, dass auf die Keene A-52 in Sachen Flitter und Staub kleiner als 0,5 mm kein Verlass ist. Aber da wir damals noch blutige Anfänger waren (und nicht normale Anfänger wie heute), wollten wir das Thema erneut aufrollen und unsere Vorurteile auf den Prüfstand stellen

Tja, und was kam nun raus?

Am Ende stand auf der Haben-Seite tatsächlich Gold. Nach diversen Prospektionslöchern (unter Einsatz einer 15 x 100 Eldorado bei 5mm Vorsieb) hier und da und circa einer Stunde gemeinschaftlicher Schaufeltherapie (Keene A-52) hatten wir 10 kleine Stäubchen aus dem knietiefen Loch geholt. Naja, klingt nicht nach viel…

Ist es auch nicht, und genau das war die positive Überraschung des Tages!

Denn entgegen unserer Vorurteile ist auch ein amerikanisches Passivsystem in der Lage, Goldstaub zu fangen und ist nicht nur dazu geeignet, Nuggets und Picker aus der kalifornischen Einöde zu extrahieren. 

Und das bei wirklich ordentlichem Materialdurchsatz! 

Die absolute „Staubfreiheit“ der Versuche mit der Keene im letzten Jahr lagen dann wohl an einer zu scharf eingestellten Rinne. Shame on us!

Jetzt muss noch geklärt werden, in welchem quantitativen Verhältnis dieses Ergebnis zu den Resultaten mit Aktivsystem steht. Deswegen geht es nächstes Wochenende an einen Bach mit dem wir schon mehr Erfahrung haben.

P.S.: Die Stäube wurden dem Flussgott geopfert. Für Kamerafotos waren sie leider etwas zu schüchtern....

 

.....was uns auf die Idee brachte euch stattdessen dieses Kunstwerk einer angebissenen Bockwurst in Sörens Fingern zu präsentieren ;-)